F.C. Gundlach – You’ll Never Watch Alone
Shownotes
F.C. Gundlach gehörte zu den wichtigsten deutschen Modefotografen der Nachkriegszeit. Seit den 1950-Jahren prägte er das Bild von Modeund die damit verbundenen Vorstellungen von Trends, Identität und Geschlecht. Die Ausstellung „F.C. Gundlach – You’ll Never Watch Alone“ im Bucerius Kunst Forum in Hamburg widmet sich noch bis zum 16. August 2026 seinem vielseitigen Wirken als Fotograf, Galerist, Sammler, Unternehmer und Netzwerker. Neben bekannten Motiven zeigt die Ausstellung unveröffentlichte Modestrecken, experimentelle Arbeiten und Neuentdeckungen aus seinem Werk und dem seiner Weggefährt*innen.
In dieser Folge begegnen sich Schüler:innen und Senior:innen zu einer besonderen Führung durch die Ausstellung. Gemeinsam sprechen sie über Perspektiven, Posen und Bildkompositionen, über Mode der 1950er- und 1960er-Jahre und über persönliche Erinnerungen, die durch Gundlachs Fotografien wieder lebendig werden. So entsteht ein Gespräch zwischen Generationen und ein Blick auf Kunst, bei dem nicht nur Wissen weitergegeben wird, sondern alle voneinander lernen.
Moderation: Liz Remter
Mehr Informationen über das Projekt Schüler:innen führen Schüler:innen gibt es hier.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Ich bin Molly Metemann.
00:00:01: Ich gehe aufs Wilhelm-Gymnasium, bin sechszehn Jahre alt und geh in die zehnte Klasse.
00:00:06: Ja ich bin Christina Apostolides,
00:00:07: siebensechzig
00:00:08: Jahre alt, Kunstleihe eigentlich aber sehr offen für alles was mir begegnet und vor allen Dingen auch an dem Kontakt mit den jungen Leuten
00:00:18: interessiert.".
00:00:19: You never watch alone – so heißt die aktuelle Ausstellung über FC Grundlach im Buzérius Kunstforum in Hamburg.
00:00:26: Gemeinsam geschaut haben dort auch Molly und Christine.
00:00:30: Im Rahmen der neuen Triennale der Fotografie Hamburg widmet sich die Schau noch bis zum sechzehnten August dem vielseitigen Wirken von Franz-Christian Gundlach als Fotograff, Galerist, Sammlerunternehmer und Netzwerker.
00:00:44: Die Begegnung zwischen Molly und Christine entstand im Rahmen des Projekts Schülerin für ein Schülerin.
00:00:50: Normalerweise begleiten Oberstieflerinnen das Hamburger Wilhelm-Gymnasium's jüngere Schulkinder durch die Ausstellung, angeleitet von ihren Kunstlehrer Uwe Niemann.
00:01:00: Dieses Mal war die Situation allerdings eine andere.
00:01:04: Der Unterschied zu den anderen Schülergruppen ist, heute sind es eben Senioren muss man sagen, ehemalige Schüler alle mal.
00:01:15: Der Unterschied ist die Senioren sind Kunst erfahren, Lebenserfahren und meinen Schülern gegenüber sowohl gesonnen dass meine sehr viel noch dazu lernen und profitieren von ihren Gästen Und das können sie dann anwenden oder nutzen verwenden für die anderen Gruppen, die Schülergruppen, die im Anschluss in den kommenden Wochen.
00:01:43: Die Führung der Senior-Innen ist für die Jugendlichen also eine Art Feuertaufe.
00:01:48: Noch bevor sie in einer Oberstufe regelmäßig jüngere Schulkinder begleiten, sammeln sich hier erste Erfahrung – so auch die sechzehnjährige Molly Mettelmann!
00:01:57: Wir wählen unser Kunstprofi in der Schule ab der Oberstufi und dann wenn wir ins Kunstprofil kommen, ist es halt wirklich sehr bozehres Kunstforum lastig, auch durch Herrn Niemann Gott sei Dank was uns wirklich weiterbringt weil's halt zeigt, weil es uns sehr ins offene Gespräch gibt mit anderen Menschen wie sie über Kunst reden.
00:02:13: Und beispielsweise dieses Schüler für ein Schüler geht auch darum dass wir wenn wir jetzt bei den Oberstufe kommen, auch Fünf-Klässer bis zu Siebklässern von unserer Schule selbst führen dürfen und sie selbst dafür vielleicht interessieren auch später ins Kunstprofil zu gehen oder die Kunst auf jeden Fall interessanter machen.
00:02:32: Unser Ziel ist das eigentlich von unserer Schul- und vom Kunstprofilm auch Alle verschiedenen Altersjahrgänge zusammenbringen, dass man in den verschiedensten ob alt oder jung alle über die gleiche Kunst
00:02:43: reden können.
00:02:44: Auch der siebzenjährige Florian Kaufmann wird in der Oberstufe des Kunstprofil besuchen.
00:02:49: Auf die Grundlach-Ausstellung hat er sich intensiv vorbereitet und sieht in der Rolle des Kunstvermittlers vor allem eine Chance.
00:02:56: Es ist auf jeden Fall eine Herausforderung, aber ich finde das positiv und denke bin da sehr motiviert.
00:03:00: Das macht mir wirklich Spaß!
00:03:01: Ich glaube, dass merkt man auch und ich bin sehr dankbar, dass ich in diesem Kunstprofil sein darf und hier sowohl junge Schüler als auch Senioren also sämtliche verschiedene Personen durchführen kann neue Begegnungen machen können und einfach meine Kompetenzen in Sachen unterhalten führen.
00:03:16: von diesem Austausch profitieren aber nicht nur die Jugendlichen.
00:03:20: Denn statt einer klassischen Museumsführung entsteht hier ein Gespräch zwischen den Generationen und das... Wie Inge Rosemann sagt, auf Augenhöhe.
00:03:28: Das ist genau das Besondere.
00:03:30: Deshalb lieben wir diese Puzzeriusvorführungen weil wir sind ja alle sozusagen per Du.
00:03:35: Wir sind also dadurch sehr auf einer Ebene.
00:03:38: Es gibt keine Hemmschwellen.
00:03:39: man darf auch mal frag stellen die nicht so schlau sind aber das macht ja nichts und wir sind immer sehr begeistert von dem Wissen der Führenden.
00:03:48: Die sind bestens vorbereitet und das ist so angenehm.
00:03:51: FC Grundlach prägte die deutsche Modefotografie wie kaum ein anderer.
00:03:56: Er arbeitete für Magazine wie den Stern, Twin oder die Brigitte.
00:04:00: Und fotografierte Stars wie Romy Schneider und Hildegard Knäf.
00:04:04: Viele seiner Bilder haben sich längst von ihrem ursprünglichen Entstehungskontext gelöst und hängen heute in Museen und Sammlungen.
00:04:11: Grundlach war natürlich ein Fotograf, der ja auch aus Deutschland kam.
00:04:15: Und er ist am sechzehnten Juli, neunzehnundundunddechsundzwanzig geboren.
00:04:18: Dieses Datum ist jetzt natürlich seit Jahrzehntausendsechsund zwanzig ganz interessant.
00:04:22: Er wäre dieses Jahr jetzt hundert Jahre geworden also widmen wir quasi diese Ausstellung seinem hundertjährigen Geburtstag, sein so gesehen Jubiläum.
00:04:29: und genau wie ich schon gesagt er hat sehr viel die Mode verfolgt, war auch Paris.
00:04:35: sehr oft und häufig hat sich da sehr wohl gefühlt.
00:04:37: das war für ihn auf jeden Fall jeden Fall eine sehr wichtige Stadt als Modemetropole.
00:04:41: Ursprünglich
00:04:42: entstanden viele seiner Fotografien nicht für Ausstellungsräume, sondern für Modestrecken, Titelbilder und Illustrierte.
00:04:49: Gundlach arbeitete international – unter anderem in Paris, New York und Tokyo.
00:04:54: Dabei zeigte er Mode nicht einfach als Produkt, sondern inszenierte sie in Bildern die vom Zeitgeist- und gesellschaftlichen Wandel erzählen Auf.
00:05:02: die sechzehnjährige Janne hat sich zur Vorbereitung auf ihre Führung intensiv mit Gundlachs Karriere beschäftigt.
00:05:32: Bilder gemacht, die auch jetzt noch andere Fotografen oder auch Künstler prägen
00:05:37: werden.
00:05:37: Und weil ein Modephotograf viel unterwegs sein muss hatte Grundlach offenbar auch ein gutes Gespür für praktische Lösungen.
00:05:44: Florian ist bei seiner Recherche auf einen besonders cleveren Deal gestoßen.
00:05:49: Grundlach hat auch ein sehr interessanten Deal mit der Lufthansa gemacht, als Fotograf muss man natürlich viel reisen da.
00:05:54: es ist natürlich wichtig und das geht natürlich auch ins Geld.
00:05:56: demnach hat er für die Lufthaansa auch viel Fotografie gemacht aber dann als Entlohnung lebenslängliche Freiflüge erhalten was sich bei so einem Lebensalter natürlich sehr gut revanchiert hat und demnache ist das eine sehr gute Adil für ihn gewesen.
00:06:09: Die Freiflüge kam Grundlacher bei seiner Arbeit zur Gute.
00:06:13: Für Magazine reiste er in den Sechziger, Siebziger und Achtziger Jahren durch weite Teile der Welt.
00:06:18: Vom Nahen- und Fernosten bis nach Mittel- und Südamerika.
00:06:22: Dort entstanden Modaaufnahmen und Reportagen an immer neuen Schauplätzen – dabei inszenierte Grundlach die Models als Figuren in sorgfältig komponierten Bildern Zwischen Architektur, Eleganz, Glärmer und Zeitgeist.
00:06:36: Die Mode trat dabei in Beziehung zu Fassaden, Straßen oder auch Industrieanlagen.
00:06:42: Besonders deutlich wird das in seinen Schwarz-Weiß Aufnahmen der Nachkriegszeit – ein Kontrast, der auch der sechzehnjährigen Molly Mettelmann aufgefallen
00:06:50: ist.".
00:07:02: von Berlin stellt er es halt nicht so trostlos da, obwohl's nach der Kriegszeit war sondern erstellt die Gegenteile halt so gut
00:07:09: dass
00:07:09: es vom trostlösen Hintergrund und trotzdem zu der guten fröhlichen Mode geht.
00:07:13: Das für mich eigentlich das spannendste
00:07:15: Wichtigste.".
00:07:16: Diesem Eindruck haben nicht nur die SchülerInnen Auch Inge Rosemann,
00:07:20: u.a.,
00:07:21: bleibt an diesen Gegensätzen hängen – an der Düsternis im Hintergrund und an der Hoffnung die trotzdem in den Bildern
00:07:27: steckt.".
00:07:28: Die Ausstellung hat eine große Bedeutung, dass Herr Grundlach wunderbare Fotos hergestellt hat und nicht nur so wie wir das normalerweise machen etwas kurzzeitig abfotografieren als Erinnerungen sondern hat Kunstwerke daraus geschaffen indem er sich gestaltet hat Das, was eben auch zum Beispiel ein Alt ist.
00:07:49: Industriegebäude davor, eine Frau in einem sehr edlen Gewand.
00:07:53: Und manchmal aus der Düsternis heraus entsteht so der Eindruck es geht aufwärts obwohl das ja da hinten ganz schrecklich aussieht als sei es Kriegereignisse gewesen oder irgendwelche Unglücke.
00:08:04: auf jeden Fall zeigt er damit.
00:08:06: dass ist eigentlich was Positives in Zukunft geben könnte und das fand ich bis jetzt sehr interessant.
00:08:11: FC Gundlach gilt heute als einer der bedeutendsten deutschen Modefotografen der Nachkriegszeit.
00:08:16: In den fünftiger und sechziger Jahren setzte er für die Zeitschrift Film-und-Frau Die Berliner Mode ins Szenar.
00:08:23: Dabei wurde die Stadt selbst zur Kulisse, vom Tiergarten bis zu zerstörten Gedächtniskirche.
00:08:28: so erzählen seine Fotografie nicht nur von Mode sondern auch vom Wiederaufbau und den gesellschaftlichen Brüchen jener Zeit.
00:08:36: Über eine dieser Berliner Aufnahmen haben auch die sechzehnjährige Molly und die fünfundachtzig-jährige Inge bei ihrer Führung durch das Bozehrius Kunstforum gesprochen.
00:08:45: Also, das finde ich natürlich wieder toll.
00:08:47: Diese edle Gestalt, also begleitet so edel unter einem Hintergrund, die Fabrikstürme... Ja!
00:08:53: ...und ziemliche Trostlosigkeiten.
00:08:56: Auch weil es so dokel dargestellt ist?
00:08:58: Und auch erkennt man nochmal, dass es halt auch so, dass er das Berlin nach der Kriegshein für mich gezeigt hat.
00:09:03: Du musst es sein,
00:09:03: ne?!
00:09:04: Aber die neue Mode mit reinbringen wollte, vor allem
00:09:10: der
00:09:10: Pelzkang.
00:09:10: Den sieht man auch noch ganz vielen Bilder.
00:09:14: Das ist ja Luxus für diesen sehr traurigen Anblick einer Industriestadt.
00:09:22: Aber er stellt, ich glaube bei Gunther war es auf sein großes Ziel immer die Gegensätze sehr aneinander zu bringen von sehr trostlos zu sehr schickenen Jamotten
00:09:31: und sehr teuren.
00:09:33: Also ich finde das auch so, dass man sagt es geht aufwärts.
00:09:36: Sie schaut nach oben also ist ja nicht so bedrückt.
00:09:41: Selbstbewusst und
00:09:42: selbstbewusst.
00:09:43: Ich bin da!
00:09:45: Und das macht ja oft wieder froh und hoffnungsvoll.
00:09:51: Das hat was.
00:09:52: Über Grundlachs Bilder sind Molly Mettelmann und Inge Rosemann immer wieder ins Gespräch gekommen.
00:09:58: Ähnlich, er ging es auch inges Ehemann Helmut.
00:10:01: Der von Janne durch die Ausstellung begleitet wurde.
00:10:03: Ich bin
00:10:04: der Helmut und wohne in Hamburg.
00:10:06: Ich habe mir jetzt mal sehr Kunst interessiert, obwohl ich Technik-Engineur von Hause aus bin – aber mich zieht's
00:10:19: immer wieder hin.
00:10:20: Gemeinsam mit der sechzehnjährigen Janne schaut Helmut auf Linien, Kontraste und Körperhaltung Und darauf, wie Gundlach seine Mode mit einer reduzierten fast architektonischen Bildsprache inszeniert.
00:10:33: Was haben wir denn hier noch?
00:10:36: Wir haben ja wieder aus九zeixelneunzig im Saarisch also mit einem schwarzen Hintergrund.
00:10:43: das zeigt dann auch wieder die Kontraste richtig stark Auch wieder die Weiblichkeit mit den langen Beinen auch von vorne aber auch ein bisschen von unten fotografiert damit die Frau wieder Damit die Größe gezeigt wird, ein Starrablick in die Kamera mit wenig Emotionen.
00:11:03: Der weiße Stuhl im Kontrast zum Hintergrund.
00:11:07: Und
00:11:08: dann wird zwar vorgehoben durch den dunklen Hintergrund
00:11:11: und zwei
00:11:12: Zähnen oben, dadurch wird vieles besonderlich in dem Vordergrund
00:11:17: geschnitten.
00:11:18: Genau!
00:11:19: Und auch das Kleid mit den Mustern zeigt dann wieder seine... die er Mode mit auf architekturischen und geometrischen Mitteln zeigt.
00:11:28: Den Kragen, was zu der Zeit natürlich auch wirklich der Trend war.
00:11:33: aber jetzt auch wenn ich wiederkomme...
00:11:35: Und
00:11:39: das verspielt in Schuhe mit dem Kontrast wie da weiß von und den verschlängelten Schneeern von den Schuhen.
00:11:49: Auf jeden Fall
00:11:50: Architektur ist in Grundlachs Modefotografien häufig mehr als eine bloße Kulisse.
00:11:56: Gebäude, Fassaden und Innenräume werden Teil der Komposition.
00:12:00: Ihre Linien greifen Formen und Muster der Kleidung auf, verstärken Kontraste und bestimmen wie die Models im Bild wirken.
00:12:07: Auch Molly und Inge sind diesen Verbindungen nachgegangen – zwischen den Mustern der Kleider, den Linien der Häuser und der Perspektive.
00:12:16: Man merkt, dass er sich architektonisch... Ja.
00:12:19: Da merken wir ganz viel wieder diese geometrischen Formen in sein Kleid reinbringen.
00:12:23: Ich
00:12:23: finde das sehr schön!
00:12:24: Ja mit den fast ja auch an Karo angelehnt aber trotzdem noch anders
00:12:28: dargestellt.
00:12:29: Ja da hat es alles dargestellt und auch dann im Hintergrund noch hinter die Form der Häuser, die wiederum ganz schlechte horizontale Linien zeigen gegenseit zu diesem Kleid aus Karos.
00:12:39: Das Bild
00:12:39: ist auch sehr aus der Forschperspektive hier eigentlich eher geschossen also sehr von unten, dass sie sozusagen sehr groß
00:12:45: wirkt
00:12:46: und dass man das Leid noch mehr in Anbetracht hat, mehr als ihr Gesicht aussieht.
00:12:50: Man kann sich nicht vorstellen wie er das aufgenommen hatte.
00:12:53: Was war im Hintergrund?
00:12:55: Die Perspektiven sind sehr verschieden.
00:13:04: Zwei Models mit Badeköppen posieren in aktueller Bademode vor der Keopspyramide in Giseh, weit entfernt von jedem Schwimmbad.
00:13:13: Das Bild gehörte zur Brigitte-Modestrecke den ganzen Tag am Strand.
00:13:18: Gundlach ging zu dieser Zeit einen Exklusivvertrag mit der Zeitschrift ein.
00:13:23: Bis neunundachtzig fotografierte er für die Brigitte mehr als hundertsechzig Titelcover und über fünftausend redaktionelle Modeseiten.
00:13:32: Mit seinen surrealen und oft humorvollen Inszenierungen prägte er über Jahrzehnte, wie Mode in Deutschland wahrgenommen wurde.
00:13:41: Über das Bild mit den Badekappen haben sich auch der siebzehnjährige Florian Kaufmann und die seventy- jährige Christine Apostolides in einer Grundlachausstellung ausgetauscht.
00:13:50: Für Florian gehört es zu seinen Lieblingsbildern.
00:13:53: Es gibt
00:13:54: ein sehr bekanntes Bild von ihm.
00:13:55: Das ist so zwei junge Damen mit Baderhaube Im Vordergrund, im Hintergrund ist eine Pyramide in Ägypten.
00:14:01: Und ja, ich finde das ist einfach ein tolles Bild weil es so ein bisschen eine Ironie auch mit sich bringt.
00:14:06: Weil in der Wüste wird man glaube ich Badehauben in der Regel nicht brauchen.
00:14:09: aber es ist einfach diese Mode Szene und diese Kreativität die da mitbringt
00:14:12: wirklich
00:14:13: toll.
00:14:13: Christine konnten die Badekappen dagegen nichts richtig überzeugen.
00:14:17: für sie war etwas anderes entscheidend Die Erinnerung die Grundlachs Fotografien an ihre eigene Jugend und an die Mode der sechziger Jahre war rufen
00:14:25: Ja wir haben uns darüber ausgetauscht dass echt viele von diesen Fotos aus den fünftiger sechs Jahre erinnere, den Stil und ihn darauf aufmerksam machen konnte.
00:14:36: Das war typisch für die Zeit.
00:14:39: Auf der anderen Seite fand ich es sehr interessant zu hören dass er ganz andere Dinge sieht als ich und andererseits aber auch sagt ach das wusste ich gar nicht.
00:14:49: und dieser Austausch den finde ich einfach toll zum Beispiel dieses mit dem Badekappen.
00:14:53: das fand ich überhaupt nicht Im Gegenteil ziemlich blöde.
00:14:58: Wicht dagegen faszinierten diese Modeaufnahmen, weil ich erinnere die noch aus den Sechzigerjahren.
00:15:05: Da gab es ja damals die Illustrierten und da waren viele von diesen Aufnahmen.
00:15:09: Und das ist mein Abtanzballkleid gewesen im Stiel her und er glaub ich ein bisschen konzentriert
00:15:15: war.
00:15:16: Fotografien können irritieren oder amüsieren und Erinnerung an eine längst vergangene Zeit zurückholen.
00:15:23: Für viele der Seniorinnen sind Grundlachs Bilder, deshalb nicht nur Kunstwerke im Museum.
00:15:28: Sie führen zurück in eine Zeit, in der Modefotografie über Zeitschriften ganz selbstverständlich zum Alltag gehörte – beim Friseur, im Wartezimmer oder zu Hause auf dem Wohnzimmertisch.
00:15:39: Für die Schülerinnen des Wilhelm-Gymnasiums wurde die Führung dadurch auch zu einer Begegnung mit gelebter Zeitgeschichte.
00:15:46: Janne interessierte besonders, wie ihr Gast auf Fotografien aus einer Zeit blickt in der er selbst jung war.
00:15:52: Ja mich hat halt sehr interessiert, wie vor allem weil wir ja natürlich auch hier mit meinem Gast den ich führen durfte, der natürlich zur derzeit jugendlich war oder ... heranwachsend war, wie der dazu stand und wie das alles passiert ist aus seiner Sicht.
00:16:12: Und nicht nur auf Fotos und es hat sehr gut
00:16:14: gepasst.".
00:16:15: Es geht also nicht nur darum was auf den Bildern zu sehen ist sondern auch darum was sie bei dem Betrachtenden auslösen.
00:16:22: Bei Christine wecken Gundlachs Fotografien Erinnerungen an Illustrierte und in einen Blick auf Mode, der damals eher beiläufig zum Alltag gehörte.
00:16:30: Also ich hab die Damals nur in den Illustrierten gesehen aber da hat man geguckt noch was macht Prinz Poldi?
00:16:36: Und was macht die berühmte Schlagersängerin?
00:16:39: oder sowas nicht?
00:16:40: Nein also damals habe ich mich nicht dafür interessiert.
00:16:43: heute ist es für mich so ein Gang in meine Jugend zurück.
00:16:46: Auch Inge Rosemann begegneten Gundlachs Fotografien vor allem in alltäglichen Situationen.
00:16:51: In Zeitschriften beim Friseur, im Wartezimmer oder zu Hause.
00:16:55: Es
00:16:55: gab mal Zeitsschriften ganz egal bei dem Friseurs und der Zahnarzt.
00:16:59: Man kaufte sich einmal eine.
00:17:00: Deshalb ist mir der Name Gundlacht durchaus vertraut und ich weiß dass er mit dieser Fotografie in Verbindung gebracht
00:17:07: wird.".
00:17:07: Und manchmal führt das gemeinsame Schauen nicht zurück in die Vergangenheit sondern zunächst zu einer ganz einfachen Frage Was ist auf diesem Bild eigentlich zu sehen?
00:17:17: Vor einer Detailaufnahme beginnen Inge und Molli gemeinsam zu rätseln.
00:17:22: Inge hat eine erste Vermutung, Mollie schaut noch einmal genauer hin Und aus der Führung wird eine kleine Spurensuche.
00:17:29: Das hab ich von Ferne schon gesehen, fand ich toll!
00:17:32: Ja Also das hat ja was... also das ist sarkbehaft.
00:17:36: Uns hat
00:17:36: es, als wir das das erste Mal geredet haben, sehr verwirrt weil wir dachten erst mal ist das jetzt Nagel in der Haut steckt oder im Mund, weil wir es nicht ganz erkannt haben.
00:17:47: Und was ist das für eine Wirklichkeit?
00:17:48: Ist es ein Apfel?
00:17:49: Nee
00:17:50: ich bin der Meinung, dass sie jemanden in der Hand hält.
00:17:58: Na ja man sieht hier mehr so bisschen.
00:18:02: Was würde ihr denn denken?
00:18:04: Ich dachte immer, das sei ein Apfel durch dieses hier!
00:18:07: dass er das irgendwie in einen Apfel gestickt hat.
00:18:09: Aber ich
00:18:09: glaube, dazu erkennt man
00:18:10: es nicht so gut.
00:18:11: Da ist es nicht zu
00:18:11: gut.
00:18:12: Ja, da stimmt's.
00:18:12: Diese eigenen Tellenabbildungen in der Haut...
00:18:15: Nein, nein!
00:18:15: Das war die erste...
00:18:16: Und da sieht man ja beispielsweise auch hier so ein Detail von dem Haar?
00:18:20: Ja, das stimmt.
00:18:21: Nur die erste Idee als ich darauf zugegangen bin, dachte ich, das könnte ein Apfel sein.
00:18:24: Aber was
00:18:25: soll das haben wir ganz viel anders?
00:18:27: Also,
00:18:27: ja aber sehr interessant.
00:18:31: Auch toll beleuchtet von hinten irgendwie,
00:18:34: wunderbar.
00:18:35: Sieht immer so auf, wenn es würde, Von hinten noch nicht drin sein, als würde es beleuchtet werden.
00:18:40: Bei den Führungen durch das Bezirreskunstwurm zeigt sich, dass ein Bild nie nur eine einzige Lesart hat.
00:18:46: Jede Person entdeckt etwas anderes darin – geprägt vom eigenen Alter von Erinnerung und Erfahrung.
00:18:52: Genau darin liegt auch die besondere Verbindung zur FC Gundlachs Fotografien.
00:18:57: Sie arbeiten selbst mit Perspektiven Blickwinkeln und Inszenierung und eröffnen zugleich ganz unterschiedliche Gespräche vor dem Bild.
00:19:06: Die Zehn-Klässlerinnen des Wilhelm-Gymnasiums hatten sich intensiv auf Grundlachswerk vorbereitet.
00:19:11: Später werden sie im Projekt Schülerin für ein Schülerin jüngere Kinder durch die Ausstellung begleiten.
00:19:17: Dieses Mal aber standen ihnen Seniorennen gegenüber, mit eigenen Erinnerungen viel Lebenserfahrung und einem ganz anderen Blick auf Mode und Fotografie.
00:19:27: Für Jana & Molly wurde diese Führung damit einer ersten Bewährungsprobe vor der Oberstufe.
00:19:32: Ich
00:19:32: nehme auf jeden Fall mit, dass meine erste Führing das man nicht geregt sein muss, weil wir sind alle Menschen und man kann so viele Fragen stellen wie man will.
00:19:41: Und es ist alles super offen!
00:19:44: Ich habe sehr viel gelernt und ich hoffe ich konnte auch sehr viel weitergeben.
00:19:48: Also heute nämlich mit, dass ich mich auf jeden Fall freuere auf die ganze Oberstufe.
00:19:52: Dass es mehr Führungen geben wird und das ich weiß, was ich ganz gut hinkriege glaube ich und dass es schön auch mir selbst sehr viel Spaß bringt einfach über die Meinungen von anderen Leuten zu hören – über die
00:20:01: Kunst.".
00:20:02: Für Inge Rosemann war's nicht die erste Führung dieser Art.
00:20:05: Seit mehreren Jahren nimmt sie an dem Projekt teil!
00:20:07: Besonders schätzt sie dabei nicht nur die Begegnung mit der Kunst, sondern auch mit den Jugendlichen.
00:20:12: Ich
00:20:12: hoffe ich sehe Sie immer mal wieder!
00:20:14: Denn wir hatten zu den anderen ... Wir sind ja schon einige Jahre dabei.
00:20:19: Man sah sich dort hinten nach Jahr und traf sich.
00:20:22: man sprach auch darüber wie sie Schulentwicklung weitergehen wird oder welche Wünsche so entstehen im Laufe der Zeit.
00:20:28: Und das war eigentlich über besonders nett, sich dann nochmal wiederzubegegnen.
00:20:32: Und damit endet dieser Podcast über FC Gundlach, über Modefotografie und eine besondere Führung im Buzérius-Kunstforum bei der Schülerinnen und SeniorInnen nicht nur gemeinsam auf Bilder schauen sondern auch Erfahrungen und Erinnerungen miteinander geteilt haben.
00:20:47: Die Ausstellung FC Gundlach You Never Watch Alone ist noch bis zum sechzehnten August zu sehen!
00:20:53: Neben seinen berühmt gewordenen Fotografien zeigt sie auch unveröffentlichte Modestrecken, experimentelle Arbeiten und Neuentdeckungen aus dem Werk Gundlachs und seiner Weggefährtinnen.
00:21:04: Dabei wird deutlich wie eng seine Fotografie mit den kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen ihrer Zeit verbunden ist – und wie sehr seine Bilder unseren Blick auf Mode und Inszenierung bis heute prägen!
00:21:16: Mein Name ist Liz Remter, vielen Dank fürs Zuhören.
00:21:19: Tschüss.
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